AUSSTELLUNGEN

Junge Zigeunerin · 1965 · Kaltnadel
32,7 x 23,6 cm · Privatbesitz
 
26. September - 4. November 2012
Ein Temperament, mir selbst
fast unbekannt
Charlotte E. Pauly (1886-1981)
Arbeiten auf Papier
 
In Zusammenarbeit mit dem Berliner Kabinett e.V.

 
Anita Kühnel
Biographie Charlotte Elfriede Pauly

Geboren am 6.12. 1886 in Stampen, Kreis Oels in Schlesien (heute Stepin, Gemeinde Dlugotlekain Polen) als zweites Kind von vier Kindern des Großlandwirtes Adolf Pauly und dessen Frau Marie. Nach Privatunterricht zu Hause Besuch eines privaten, von lebensreformerischen Ideen und "unaufdringlichem" christlichem Geist geprägten Mädcheninternats in Bolkenhain (Bolków).
1904 bis 1908 Besuch des Realgymnasiums in Breslau (Wroc& 322;aw) mit guter Sprachausbildung.
Nach einem verworfenen Studium der Zoologie in Breslau von 1909 bis 1915
Studium der Kunstgeschichte, klassische Archäologie, Literaturgeschichte und Philosophie in Heidelberg, Berlin und Freiburg. In Vorbereitung der Dissertation zum Thema "Der venezianische Lustgarten. Seine Entwicklung und seine Beziehungen zur venezianischen Malerei" (1916 im Heitz Verlag Straßburg publiziert) 1913-1914 Reisen durch Italien.
1915 Promotion in Würzburg.
1915/16 Neun Monate Arbeit als freiwillige Krankenpflegerin im Lazarett in Oels (Ole& 347;nica).
1917 Reisen nach Westfalen und Studium an der Kunstgewerbeschule in Stuttgart.
1918/19 Rückkehr nach Schlesien und Kauf eines Häuschens in Krummhübel (Karpacz). Gemeinsames Zeichnen mit Friedrich Iwan. Aufenthalte im Schwarzwald.
1922 -1924 Besuch einer privaten Zeichenschule in München, unterbrochen von mehren Schlesienaufenthalten.
1925-1926 Reise durch Spanien.
Vom Winter 1925 bis Frühjahr 1926 Malerelevin bei Daniel Vázquez Díaz in Madrid.
1927/28 Aufenthalt in Krummhübel. Arbeit am Spanienbuch: Die glückliche Halbinsel, das 1928 bei Heitz, Straßburg erscheint.
1928/29 Im Herbst Reise nach Spanien. Rückkehr ins Atelier von Daniel Vázquez Díaz. Bekanntschaft mit Lorcas Gedichten seines gerade erschienenen Romancero gitano und Übertragung ins Deutsche. 1929 von Frühjahr bis Sommer Aufenthalte in Andalusien und Spanisch-Marokko. Im Spätsommer Reise nach Portugal. Nach Aufenthalt in Lissabon bis Ende März 1930 in Nazaré.
1930 von April bis zum Sommer Parisaufenthalt. Zeichenunterricht an der Académie de la Grande Chaumière. Im Sommer Rückkehr nach Schlesien. Vom 27.September bis 11. Oktober gemeinsam mit Erwin Merz Ausstellung in der Künstlerbundhalle in Breslau. Rückkehr nach Paris. Ausstellung bei Bernheim-Jeune. Arbeit am Roman Die Station (unveröffentlicht). Bis Mai 1931 Aufenthalt in Paris.
1931 von Mai bis Februar 1932 Aufenthalt in Nazaré.
1932 von Februar bis Dezember Reise über Griechenland, die Türkei in den Libanon, in den Nahen Osten, Palästina, Vorderasien, Persien, den Süden der Sowjetunion.
1933 im Frühjahr Ausstellung im Museum der Bildenden Künste in Breslau. Bald darauf denunziert als "Zigeunermalerin" und Arbeitsbeschränkung.
1935 Erwerb eines Hauses in Agnetendorf
(Jagniatków) und Umzug dorthin.
1937 auf Einladung britischer Quäkerfreunde Reise nach England.
1938 Reise nach Bad Pyrmont und Aufnahme als Mitglied der Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker). Beginn der Freundschaft mit Alfons Paquet.
1938 von Juni bis Frühsommer 1946 in Agnetendorf. Enge Beziehungen zu Quäkerfreunden. Über diese Hilfeleistungen, um jüdische Kinder ins Ausland zu bringen. Arbeit am Roman Der Tiger und die Harfe (erscheint 1944 in Hamburg bei Goverts). Freundschaft mit Gerhart Hauptmann.
1946 Mit dem Leichenkondukt Hauptmanns Ausreise aus Schlesien. Neubeginn in Berlin
Von 1946 bis 1981 in Berlin Friedrichshagen ansässig. Mitglied im Schutzverband Bildender Künstler (später Verband Bildender Künstler) und im Kulturbund der DDR. Ausstellungsbeteiligungen. Zahlreiche Reisen nach Westdeutschland, ins Tessin, nach Ungarn und Bulgarien.
1957/58 Hinwendung zur Grafik und Entfaltung des Spätwerkes. 1974 Erhalt eines Ateliers. Wachsende Anerkennung. Zahlreiche Personalausstellungen.
1981 am 24. März stirbt Charlotte E. Pauly in Berlin

Die Biographie ist urheberrechtlich geschützt. Bei Verwendung muss ordnungsgemäß zitiert werden:
Dr. Anita Kühnel, anlässlich der Ausstellung in der Galerie Parterre, Juli 2012

  
TERMINE & LINKS
Ausstellungseröffnung am
25. September, 20 Uhr
Zur Eröffnung sprechen Dr. Anita Kühnel, Kunstwissenschaftlerin, Berlin und Kathleen Krenzlin, Leitung der Galerie Parterre.

Begleitveranstaltungen
Dienstag, 16. Oktober 2012
Buchpremiere und Gespräch
und
Sonntag, 4. November 2012
Vortrag und Lesung | Flamencoprogramm


Presseecho: Grande Dame. Klaus Hammer im ND
Presseecho: Sarah Zimmermann in der taz

Buch: Ein schlesisches Fräulein wird Weltbürgerin

Die Seite auf Berlin.de

Kunstblatt und Plakat zur Ausstellung als PDF