VERANSTALTUNGSARCHIV

Dr. Eugen Blume


 
 
Donnerstag, 4. September 2014
Wenn sich keiner meldet, dann zeichne ich nicht.
 
Vortrag
Dr. Eugen Blume zu den Zeichnungen
von Joseph Beuys

 
Im Werk von Joseph Beuys (1921-1986) nehmen die Zeichnungen mit geschätzten 7000 Blättern einen hohen Rang ein. Dennoch ist Zeichnen bei Beuys nicht zuerst eine psychomotorische Leistung der Hand, sondern der Zeichner wird zum Medium, durch das hindurch in einem höheren Sinne gedacht bzw. gezeichnet wird.

Ich setze mich erst hin, wenn eine Notwendigkeit besteht, wenn sich irgendeiner meldet. Wenn sich keiner meldet, dann zeichne ich nicht. Also wenn sich irgendwo ein Gegenstand äußert, der sich darstellen will, wenn er sagt: Ich will jetzt, ich muß dargestellt werden, weil das nötig ist, dass ich dargestellt werde, dann zeichne ich erst. Aus diesem Grunde bin ich ja auch kein Künstler. (Joseph Beuys in Ausstellungskatalog Nationalgalerie Berlin u.a., München 1979, S. 38)

Eugen Blume schloss sein Studium der Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin mit einer Diplomarbeit über den Kunstbegriff bei Joseph Beuys ab. Seit 1981 bei den Staatlichen Museen zu Berlin, arbeitete er zuerst als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kupferstichkabinett, ab 1990 in der Sammlung der Zeichnungen der Nationalgalerie und schließlich im vereinigten Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin. 1993 promovierte er über Ludwig Justi und das Museum der Gegenwart in der Nationalgalerie zwischen 1919 und 1933. Seit 1993 ist Eugen Blume für den Aufbau des Medien-Archivs Joseph Beuys verantwortlich. Seit 1995 ist er Leiter der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin. In den letzten Jahren hat er außerdem verschiedene Lehraufträge an Kunsthochschulen übernommen.

 
 
INFOS & LINKS
Donnerstag, 4. September 2014, 20 Uhr

Eintritt: 3/1 EUR

Bitte denken Sie daran, dass die Platzzahl in der Galerie begrenzt ist und reservieren Sie Ihre Karte während der Öffnungszeiten.