VERANSTALTUNGSARCHIV

Friedrich Schröder-Sonnenstern 1982 mit seinem letzten Bild. Foto: Horst Friedmann


 
 
18. Juni 2015 | 20 Uhr
Friedrich Schröder-Sonnenstern und sein Kosmos
 
Film | Vortrag
mit Klaus Ferentschik

 
Zu Beginn der 1960er Jahre galt Friedrich Schröder-Sonnenstern (1892-1982) als der größte in Deutschland lebende Maler. Seine Bilder sorgten für Furore, beschäftigten Kuratoren, Kritiker, Kunsthistoriker und Psychoanalytiker. Er erlangte Kultstatus und wurde zum Phänomen erklärt. Ein geradezu phänomenales Leben hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits hinter sich: Jugend in Erziehungsheimen und Irrenanstalten in Ostpreußen, Betätigung als Sektengründer, Prophet, Wahrsager, Heilmagnetiseur und Heiratsschwindler im Berlin der 1920er Jahre, 1933 wiederum Einweisung in eine Irrenheilanstalt, der das Arbeitslager folgte aus dem er zurück nach Berlin floh. Hier avancierte Schröder-Sonnenstern rasch zu einem der höchstdotierten und meist gefälschten deutschen Künstler. Völlig verarmt starb er 1982 mit 90 Jahren.

Klaus Ferentschik wurde 1957 im badischen Graben geboren. Er studierte an der Universität Wien, wo er über das Theater im Tollhaus promovierte. Klaus Ferentschik ist Regent im Collège de 'Pataphysique, Verfasser einer geschlechtsspezifischen Romantrilogie, eines Romanes über die Weltmaschine des Franz Gsellmann und eines Buches über 'Pataphysik, die Wissenschaft der imaginären Lösungen. Nach jahrelangen Recherchen hat er 2013 seine Biographie über Schröder-Sonnenstern veröffentlicht. In seinem Vortrag mit Filmdokumenten präsentiert Klaus Ferentschik den selbsternannten dreifachen Weltmeister aller Künste. Unter den Filmen ist auch Friedrich der Einzige, 1963 von dem Schweizer Psychiater Alfred Bader gedreht, der 1972 sein Buch Geisteskranker oder Künstler. Der Fall Friedrich Schröder-Sonnenstern publiziert hatte. Klaus Ferentschik lebt in Berlin.

 
 
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Donnerstag,
18. Juni 2015
20 Uhr

Eintritt: 3/1 EUR