VERANSTALTUNGSARCHIV



 
 
24. September 2017
… ABER HIER IM ADAGIO IST DIE SEELE BLOSS.*
Konzert mit dem Diplomatischen Streichquartett Berlin

 
Matthias Hummel, Violine | Felix Klein, Violine |
Ernst Herzog, Bratsche | Petra Kießling, Violoncello


Das Konzert zum Abschluss des Ausstellungs-, Publikations- und Veranstaltungsprojektes
KÄTHE KOLLWITZ und BERLIN ist eine Reverenz an Kollwitz’ Hinwendung zur Musik und ihr Interesse am Jüdischen.**
* Käthe Kollwitz, Tagebuch, Februar 1927
** Vgl. die Publikation zur Ausstellung S. 209 ff.


Ernest Bloch (1880-1959) wurde in Genf geboren und ausgebildet und lebte sehr erfolgreich seit 1916 als Komponist und Lehrer in Amerika. Die Einflüsse der vertrauten jüdischen liturgischen und Volksmusik verarbeitete Bloch in seinen Kompositionen ebenso wie die der Kulturen der amerikanischen Ureinwohner. Zu diesen Kompositionen gehören einige der kürzeren, in den 1920er Jahren entstandenen Stücke für Streichquartett, die in diesem Konzert vorgestellt werden.

Fanny Hensel (1805-1847) wurde in Hamburg geboren, seit 1911 lebte die Familie in Berlin. Die hochbegabte ältere Schwester Felix Mendelssohns erhielt hier die gleiche hervorragende musikalische Ausbildung wie ihr Bruder, konnte aber als Frau nicht den Beruf einer Musikerin ergreifen. Sie komponierte dennoch, darunter das Streichquartett aus dem Jahr 1834. Nach einem Selbstzeugnis ist dieses Quartett an den späten Quartetten Beethovens geschult, aber in der Form freier und »romantischer«.

Erwin Schulhoff (1894-1942) wurde in Prag geboren und dort, aber auch in Wien, Leipzig und Köln ausgebildet. In Dresden fand er Kontakt zu George Grosz, der ihn mit der Dada-Bewegung in Berührung brachte. Schulhoff, der im Mai 1941 die sowjetische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, wurde in Prag interniert und nach Weißenburg/Bayern deportiert, wo er wenig später starb. Die Fünf Stücke für Streichquartett entstanden 1923 und bezeugen seine Begeisterung für »modische Tänze«.

Das Diplomatische Streichquartett (Berlin) gründete sich anlässlich der Synagogenkonzerte im Rahmen der „Internationalen Tage jüdischer Musik“ in Mecklenburg-Vorpommern. Die Mitglieder des Ensembles haben sich vorgenommen, primär Werke von jüdischen Komponisten zu erarbeiten und aufzuführen.

 
 
INFOS & LINKS
Sonntag,
24. September 2017,
17–18 Uhr

Eintritt 3/1 Euro

Voranmeldung erforderlich, die Platzkapazität ist begrenzt.
Die Ausstellung ist während der Veranstaltung nicht zugänglich.


Programm
Ernest Bloch
Prélude
für Streichquartett (1925)
Paysages
Zyklus für Streichquartett (1924)
North
Alpestre
Tongataboo

Fanny Hensel
Streichquartett Es-Dur (1834)
Adagio ma non troppo
Allegretto
Romanze
Allegro molto vivace

Erwin Schulhoff
Fünf Stücke für Streichquartett (1923)
Alla Valse
Alla Serenata
Alla Czeca
Alla Tango milonga
Alla Tarantella


Einladung