VERANSTALTUNGSARCHIV

Edvard Munch, Selbstbildnis mit skelettiertem Arm, 1895, Holzschnitt, 45,8 × 31,9 cm
© Munchmuseet, Oslo


 
 
7. Juni 2018
EDVARD MUNCH IN BERLIN
Vortrag von Dr. Ulrich Brömmling, Skandinavist, Berlin

 
Als der 28-jährige Edvard Munch (1863–1944) im Herbst 1892 in Berlin seine Bilder präsentierte, brach ein Sturm der Empörung los. Munch spaltete die Kunstszene in Freunde und Feinde der Moderne. Der Verein Berliner Künstler, der den norwegischen Maler eingeladen hatte, ließ die Ausstellung vorzeitig schließen. Munchs erste Begegnung mit Berlin ist die heftigste, aber nicht die einzige geblieben: Immer wieder hielt er sich monatelang dort auf, denn anders als der Skandal zum Auftakt vermuten ließ, begegnete die Berliner Gesellschaft dem norwegischen Künstler offen und interessiert. In Berlin entdeckte Munch die Druckgrafik für sich, die ihn faszinierte und die er weiterentwickelte. Das Berliner Kupferstichkabinett besitzt auch deshalb eine hochkarätige und zugleich repräsentative Sammlung, die nach dem Munch-Museum in Oslo weltweit als größte Kollektion gilt und zahlreiche seltene, teils sogar einzigartige Farb- und Zustandsdrucke enthält.

Dr. Ulrich Brömmling, Skandinavist, Stiftungsexperte und Journalist, befasst sich seit vielen Jahren mit Verbindungslinien von skandinavischer und deutscher Geisteswelt. Er wirkte an der Ausstellung und dem Katalog Nicht nur Lachs und Würstchen. Hundert Jahre deutsch-norwegische Begegnungen mit. Für die ZEIT und die Süddeutsche Zeitung schrieb er zur skandinavischen Geschichte. Sein Buch über Gemeinsamkeiten von Goethes Faust und Ibsens Peer Gynt ist 2015 im Bernstein-Verlag erschienen. Mit seiner Dissertation (2012) lieferte er die erste ausführliche Analyse zum Stiftungswesen in Norwegen. 2017 erschien im Morio Verlag, Heidelberg, sein Buch Edvard Munch in Berlin.

 
 
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7. Juni 2018,
19 Uhr
Einladung