VERANSTALTUNGSARCHIV

Charlotte E. Pauly · Gekentertes Boot · 1931
26,5 x 34,4 cm (Ausschnitt)
Einladungskarte zu den Begleitveranstaltungen


 
 
4. November 2012
Die bunte und herbe Welt
seiner Lieder

 
17 Uhr | Die bunte und herbe Welt seiner Lieder
Charlotte E. Pauly hat viel Lebenszeit in Spanien und Portugal verbracht. Während ihrer zweiten Spanienreise lernte sie die Dichtung Federico García Lorcas kennen und übersetzte, vermutlich als erste, seine Zigeunerromanzen ins Deutsche. Diese Übersetzungen sind weitgehend unbekannt geblieben.

„Die bunte und herbe Welt seiner Lieder“ schrieb sie rückblickend, „begleitete mich durch die ganzen spanischen Jahre. Erst jetzt sehe ich ganz, wieviel ich diesem poetischen Schlüssel verdanke: Wer Lorca versteht, wird der arabischen und andalusischen Musik, die viele Nordeuropäer nicht mögen, gleichfalls zugänglich sein, damit aber auch der spanischen Seele in gewissen Abwandlungen gerecht werden können. Denn, so vortrefflich er auch die Grundstimmung des Zigeunertums traf, Allgültiges verbarg sich in diesem Kostüm. Die Stimmung einer Jugend, die vor der abendländischen Technisierung teils zurückschreckte, teils ihr entgegenbebte, die Mechanisierung des Menschen aber immer zurückwies, fand hier ihre Sprache, ihre Klage, ihre Hoffnung. /…/ ich habe mich bemüht, so viel wie möglich von diesem Wesenhaften auch ins Deutsche zu bringen, von der Heftigkeit der Kontraste.“

[Charlotte E. Pauly: Federico Garcia Lorca. In: Ost und West, 1948, H. 3, S. 32]

Prof. Dr. Dieter Ingenschay forscht zur spanischen und lateinamerikanischen Literatur und lehrt seit 1995 am Institut für Romanistik der Humboldt-Universität zu Berlin. In seinem Vortrag spricht er u. a. über die Rezeptions- und Entstehungsgeschichte des Romancero gitano und seine unterschiedliche Übersetzung ins Deutsche. Einige der Übersetzungen Charlotte E. Paulys werden in diesem Zusammenhang vorgetragen.

18 Uhr | Flamenco trifft Charlotte E. Pauly
Charlotte E. Pauly hat selbst Tänze choreographiert und vorgeführt, vorzugsweise auf Familienfesten.
Cornelia La Minera hat durch ihren Lehrer Dieter Goltzsche früh mit dem Werk der Pauly Bekanntschaft geschlossen und zahlreiche Geschichten und Erzählungen über sie gehört. Aus ihnen wird sie ihre eigene Choreographie des Lebens der Pauly entwerfen. Cornelia La Minera (Tanz) kommt aus Stollberg/Erzgeb. studierte Malerei und Grafik an der Kunsthochschule Berlin- Weißensee, in Salamanca und in Granada, wo sie mehrere Jahre lebte und Zugang zum Wesen des Flamenco fand. Sie nahm Tanzunterricht bei herausragenden Flamencokünstlern und besuchte die renommierte Schule "Amor de Dios" in Madrid. | Olga Iturri Franco (Gesang) kommt aus Sevilla. Seit ihrer Kindheit mit dem Flamenco vertraut, studierte sie nach einer fundierten Ausbildung im klassischen Gesang an der Fundacion Christina Heeren, Flamencogesang. | Ulrich Gottwald "El Rizos" (Gitarre) kommt aus München und entdeckte nach langjährigem Geigenunterricht als Siebzehnjähriger die Flamencogitarre für sich. Er nahm Unterricht bei Meistern der Gitarre – u. a. bei Paco Serrano, Carlos Heredia, Miguel Angel Cortés, Eduardo Rebollar.

 
 
INFOS & LINKS
So, 4. November 2012
17 Uhr
Vortrag und Lesung |
Flamencoprogramm

Begleitveranstaltung
zur Ausstellung
Ein Temperament,
mir selbst fast unbekannt

Charlotte E. Pauly
(1886-1981).
Arbeiten auf Papier

Eintritt frei